Globale Erwärmung auf dünnem Eis – IPCC Methoden-Kritik

Wer sich mit Klimawandel und der These menschgemachter globaler Erwärmung befasst, der kommt um die Berichte des IPCC nicht herum. Richard Epstein, einer der einflussreisten Rechtswissenschaftler der USA, hat in seiner Kolumne und dem dazu gehörenden Podcast The Libertarian bei der Hoover Institution den neuesten IPCC Bericht kritisch betrachtet.

Aus seiner schmissigen, argumentativ rasanten und kurzweiligen Analyse greife ich einige Aspekte heraus:

    • Das IPCC entwickele verschiedene Szenarien zum Klimawandel. Das schlimmste Szenario bekomme weltweit die größte Aufmerksamkeit; es sei zugleich das unwahrscheinlichste.
    • Auffällig sei die sehr einseitige Sicht auf CO2, dessen starke Wirkung auf die Photosynthese und damit das Pflanzenwachstum Epstein hervorhebt. Insgesamt lese sich der eigentlich wissenschaftliche Bericht wie ein Manifest mit einem klaren Ziel.
    • Die CO2-Monokausalität führe einerseits zu einer einseitigen Strategie, nämlich der (minimalen) globalen Temperaturabsenkung, und andererseits zur Überinvestition in Dekarbonisierung. Energiegewinnung werde so nicht nur abhängig von günstigen Witterungsbedingungen, wie in Deutschland mit Solaranalgen und Windkraftwerken, sondern führe auch zu deren notwendigen Flankierung mit weniger energieeffizienten Quellen. Vor allem aber würden andere nützliche Strategien ignoriert.
    • Die 1,5 Grad Argumentation sei zweifelhaft – gerade in Verbindung mit der Erklärung der globalen Erwärmung durch nur eine Variable.
      • Die Entwicklung solle irreversibel sein. Allerdings ließen sich steigende C02 Konzentration und gleichzeitig stagnierende, zeitweise sogar sinkende Temperaturen beobachten.
      • Seit 1750 sei ein erheblicher Anteil des Temperaturanstiegs zu einer Zeit erfolgt, in der menschlich verursachter CO2-Ausstoß keine Rolle spielte (vorindustrielle Zeit).
      • Unklar sei auch wieso es ab 1,5 Grad (zuvor noch 2 Grad) problematisch werde und davor scheinbar nicht.
    • Die monokausale Argumentation sei in vielerlei Hinsicht methodisch unzulänglich. So würden alternative Betrachtungen systematisch ausgeblendet und negiert, darunter Sonnenflecken und El Nino. Monokausalität und schwankende Temperaturen passten schwerlich zusammen.
    • Statt radikaler Maßnahmen empfiehlt Richard Epstein allmähliche Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Entwicklung und der Fortschritt der Menschheit bestehe wesentlich aus allmählichen, marginalen Verbesserungen (z.B. bei Autos gut sichtbar). Diese Verbesserungen würden sich in einer tastenden Entwicklung vollziehen. Beim IPCC sei hingegen alles klar: Erde abkühlen. Das IPCC betrachte indes weder die Mittel-Ziel-Beziehung, noch die Technologieentwicklung, noch die unbeabsichtigten Konsequenzen. Die methodischen und empirische Lücken seien immens und auch für Nicht-Experten erkennbar.

Anmerkungen: Wer einen derart eindeutigen Befund präsentiert wie das IPCC und wer derart drastische Maßnahmen ergreift wie die ökologistische Transformation unserer Lebensweise, sollte über blitzsaubere Argumente und ein fehlerloses methodisches Fundament verfügen.

Heute werden in vielen Feldern die Unzulänglichkeiten einer viel zu einfachen, regelmäßig politischen oder gar moralischen Sicht auf komplexe Systeme deutlich. Das gilt in der Umweltpolitik, in der Außenpolitik, in der Wirtschaftspolitik usw. usf.

Der Mensch ist schlecht, wenn es um das Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten und Risiken geht. Wir lieben einfache Narrative mit eindeutigen Kausalbeziehungen. Gerade weil wir das wissen, sollten wir uns mehr Mühe geben. Ein Anfang ist nicht allein bestätigende Informationen zu sammeln, sondern vor allem abweichende.

Das führt zu einer Frage: Welche Erkenntnis würden die Befürworter der These des menschengemachten Klimawandels davon überzeugen, dass sie Unrecht haben?

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