Grenzenlose Einwanderung ist illiberal

Die Befürworter offener Grenzen reklamieren verschiedene Argumente für ihren Standpunkt: Politische Grenzen dürfen den freien Verkehr von Gütern, Kapital und Personen nicht behindern. Aus moralischen Gründen müsse Bedürftigen ein freier Zugang gewährt werden. Aber auch – sehr schlicht: Kein Mensch sei illegal und müsste daher eine (neue) Heimstätte finden dürfen.
Diese Sichtweisen können das Prädikat „liberal“ für sich beanspruchen. Nicht wenige Menschen würden dem zustimmen. Nicht so Anthony de Jasay – einer der ganz großen Liberalen, der zugleich ein augenzwinkernder Anarchist ist.
Wer das Privateigentum ernst nehme, könne dem Schleifen von Grenzen nicht zustimmen. Über Generationen hinweg seien Infrastruktur, öffentliche Ordnung, Dörfer und Städte aufgebaut worden. Diese Welt sei die Heimat der Menschen, die sie errichtet haben. Ihre Welt gehöre keineswegs allen Menschen. Allein diejenigen, die ihre Heimat errichtet haben, besäßen das Recht zu entscheiden, ob sie ihre Welt mit Fremden teilen möchten oder nicht.
Diejenigen, die forderten das Eigentum zu teilen, plädierten offensichtlich für Kollektiveigentum. Das ist keine liberale, sondern eine sozialistische Haltung.

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