Steuerzahler arbeiten 2017 nur noch für den Staat

Der Tax Freedom Day ist eine wichtige Einrichtung – mit einem Konstruktionsfehler.
Nach dem gängigen Konzept arbeiten die Deutschen seit dem 19. Juli nicht mehr für den Staat. Weit mehr als die Hälfte des Jahres – nämlich 200 Tage – haben sie gearbeitet und sämtliche Einnahmen an den Staat abgegeben. Der verteilt die Milliarden dann nach politischem Gekungel um, unter Abzug eines satten Betrags für den fetten Staatsapparat und dem üblichen Geschrei, es sei nicht genug für Bildung, Infrastruktur, Verteidigung, Kinderbetreuung und so weiter und so fort übrig. Die von Jahr zu Jahr erzielten Steuereinnahmerekorde reichen einfach nicht aus.
Es ist nachvollziehbar, dass ein Steuerzahlergedenktag ausgerufen wird. Tax Freedom Day hat offensichtlich etwas mit Freiheit zu tun und womöglich mit der Motivation, endlich den Rest des Jahres nur für sich arbeiten zu können.
Doch argumentativ wird damit einiges verschenkt.
Betrachten wir es aus der anderen Blickrichtung: Bereits seit dem 16. Juni wird für den Rest des Jahres nur noch für den Staat gearbeitet. Rund 166 Tage haben Sie für sich selbst gearbeitet. Da bleiben nur rund 200 Tage, die Sie für den Staat arbeiten müssen. Immerhin, Weihnachten ist nicht mehr weit und dann kommt Sylvester und es ist geschafft.
P.S. Wer eine sozial ungerechte Gesellschaft beklagt und für mehr Umverteilung plädiert: Wie wär’s z.B. mit dem 1. Mai als Startschuss, um ausschließlich für andere zu arbeiten?

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Zitat Zur Freiheit

"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.