Buch des Monats April 2015

Roger Koppl: From Crisis to Confidence. Macroeconomics after the Crash, Institute of Economic Affairs, London 2014, 164 S., 18,28 Euro. 
Publikationen zur internationalen Finanzkrise nehmen inflatorische Ausmaße an. Gute Darstellungen bleiben indessen knapp. Zu ihnen zählt unbedingt die integrierte Darstellung des früheren Präsidenten der Society for the Development of Austrian Economics. Integriert ist Roger Koppls Krisenanalyse aus mehreren Gründen: Erstens handelt es sich nicht um die übliche Lobpreisung österreichischer Theorie bei gleichzeitigem Geringschätzen anderer Schulen. Vielmehr gelingt es Koppl, die State of the Art Erkenntnisse des Mainstreams zu berücksichtigen und Narrative wie die keynesianischen „Animal Spirits“ einzufügen.

Zweitens werden Krisenanalyse und Ideengeschichte mit einander verbunden. Drittens gelingt Roger Koppl eine moderate Weiterentwicklung der österreichischen Theorie, indem er zwei mit einander verbundene Komponenten als entscheidend herausarbeitet: radikale Unsicherheit respektive Sicherheit und Big Player, das sind staatliche Großorganisationen wie die Fed.

Im Ausblick weist er auf Probleme einer Deregulierung der Big Player, aber auch der Märkte hin und geht so über den naiven Anti-Etatismus mit simplen Lösungen hinaus. Was die USA benötigten sei eine Wende hin zu einer Verfassung für die Wirtschaftspolitik, das werde zu Sicherheit („regime stability“) führen. Außerdem sei eine Verfassung für die Geldpolitik erforderlich, um Regierungshandeln zu binden und gutes Geld zu ermöglichen. Schließlich sei auch eine Verfassung für die Regulierung geboten und zwar in Form eines Regulierungswettbewerbs, insbesondere für die Finanzmärkte. Wettbewerb ließe sich nicht ersetzen. Hayek, aber auch Buchanan und Wagner wiesen den Weg.

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