Die CDU stirbt aus

Die CDU/CSU also ist lediglich noch eine Volkspartei der Rentner und Pensionäre, zugespitzt: der früheren Zugehörigen einer überwiegend gestrigen Arbeitswelt.“ schreibt der Wahlforscher Franz Walter im aktuellen Rotary Magazin. Etwa 10 Prozent der CDU-Wähler seien zwischen 2013 und 2017 gestorben. Anderen Angaben zufolge sind es 1 Millionen Wähler zwischen zwei Bundestagswahlen.

Die ex christliche, ex bürgerliche, ex bildungsnahe, ex marktwirtschaftliche Partei hat derzeit offenbar neben Rentnern noch eine zweite wichtige Wählergruppe: die Niedriggebildeten.

Wer den Text weiter liest, findet die übliche Suche nach einer Verbesserung des Profils, um wieder erfolgreicher oder gar wieder zu einer Volkspartei zu werden. Dazu soll offenbar auch eine thematische Schärfung gehören. Unter Merkel ist die Partei zu einer zeitweise erfolgreichen Mediationsplattform umgebaut geworden, die keine ernsthaften Debatten mehr führt.

Interessanter als über eine Partei zu räsonieren finde ich den grundlegenden Wandel des Parteiensystems. Möglicherweise ist Platz für eine Reihe weiterer Parteien, die sich wie bereits praktiziert ein Image für eine politische Schnittmenge um die 10% geben. Aus der Konkursmasse von SPD und CDU ist noch manches zu holen. Vielleicht ist die Zeit für integrative Parteien mit Leitkulturen vorbei. Die Menschen scheinen heute schneller, internationaler, städtischer zu leben. Dementsprechend sollten Lokalpolitiker und dezidierte Parteipolitiker als seltsame Gestalten auffallen. Zugleich gibt es einen kumulativen Effekt um Erfolgreiche. Nichts ist bekanntlich so anziehend wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Eine Alternative bietet ein neues, altes Staatsverständnis.

In einem zurückgezogenen, auf Sicherheit (innen, außen, Recht) bezogenen Staat ist Platz für viele Lebensentwürfe, die mit jeweils eigener Kraft realisiert werden können. Der klassische Liberalismus war nie so modern wie heute. Allerdings ist er leider für die Freiheitsdiebe (danke CL) so unsexy wie eh und je. Wenn die wüssten wie heiß Freiheitsliebe ist …

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Zitat Zur Freiheit

"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.