Die drei Tücken des Populismus

Ein zentraler Aspekt des Populismus ist der gezielte Angriff auf das Establishment. Dieser Angriff setzt an tatsächlichen und/ oder wahrgenommenen gravierenden Defiziten des Status quo sowie des politischen Personals an.
Die erste Tücke des Populismus ist, dass der Angriff aufgrund berechtigter Kritik Unterstützung findet, zugleich aber regelmäßig die Populisten selbst und ihre politischen Konzepte keine Lösungen im Sinne einer Ordnung der Freiheit darstellen.
Die zweite Tücke des Populismus besteht darin, dass Angriffe wiederholt überzogen und effektheischend vorgetragen werden. Damit werden die Populisten selbst angreifbar, jeder derartige Angriff stärkt aber wiederum die Populisten, weil der Verdacht mitschwingt, die schlechte Regierungspolitik solle verteidigt werden.
Mit der dritten Tücke des Populismus lassen sich die strukturellen Folgen für das politische Gemeinwesen beschreiben: Eine offensichtlich illegitimer Politikstil wird akzeptabel und findet sogar weithin Zustimmung. Das politische Gemeinwesen wird zersetzt.
Das liegt nicht zuletzt an viel zu vielen unsinnigen Verboten, absurder politischer Korrektheit und durchsichtiger Scheinheiligkeit. Verbotsübertritte werden bejubelbar – manch einer fühlt sich durch die (etwa bei Trump beobachtbare) Mischung aus Provokation und Gekränktheit angesprochen.
Aus den drei Tücken des Populismus kann eine Gefahr erwachsen, wenn die Mischung aus berechtigter struktureller und personeller Kritik zu einer systemzersetzenden Dynamik anschwillt. Das Beispiel der Weimarer Republik mag als Fanal dienen.
Was tun? Wehret den Anfängen! Wachsam sein und Logik aufdecken. Aufklären und mit Humor dagegen halten, aber auch das authentisch „Gute“ betonen. Liberale können nicht auf massenhafte Unterstützung bauen, haben aber einen einzigartigen Kompass und Maßstab, um richtig und fasch zu erkennen. Gesucht werden exzellente Redner für die Freiheit – und solide Volksabstimmungen.

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Die Bucht Rocks-MVP-Blog

Denkanstoss

"Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort."

Gottfried Benn

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"Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind."

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Zitat Zur Freiheit

"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.