Ein Problem privater Macht

Ein Blick hinter die Kulissen von Nichtregierungsorganisationen offenbart so gar nichts Grünes. Greenpeace gilt als politische Non-Profit-Organisation. Nach dem in Deutschland beschleunigten Atomausstieg 2011 suchte Greenpeace – genauso wie der BUND – nach neuen Geschäftsfeldern.

In einer Art Arbeitsteilung sollen die beiden ihre Kampagnen koordiniert haben: Tatsächlich attackierte Greenpeace die Staatsforsten insbesondere in Bayern, aber auch in Hessen. Mehr Urwald lautete die Forderung, d.h. mehr Waldflächen, die sich selbst überlassen bleiben und nicht gepflegt oder bewirtschaftet werden. Währenddessen konzentrierte sich der BUND gut getimed vor den damaligen Wahlen in Niedersachsen auf die Geflügelhaltung.

Hinter dem Aktivismus, der von Plakataktionen bis zum Ausreißen frisch gepflanzter Bäume und Störmaßnahmen beim Baumfällen reichte, standen handfeste Geschäftsinteressen: So soll die EU lukrative Fördergelder für Projekte in europäischen „Urwäldern“ vergeben. Außerdem benötigte Greenpeace ein frisches Spendenaufkommen.

Der Konflikt wurde sogar vor Gericht ausgetragen. Erstinstanzlich verlor Greenpeace. Die Umwelt-Profit-Organisation versuchte die bayerischen Staatsforsten zu zwingen, alle Forstwirtschaftspläne zu veröffentlichen – ein Schelm, wer an eine bessere Kampagnenkoordination denkt.

In der zweiten Instanz zog Greenpeace schließlich die aussichtslose Klage zurück.Fazit: Ein unrühmliches Beispiel für das Handeln von Nichtregierungsorganisationen, denen es erstens um Einnahmen und zweitens um politische Macht geht. Ihr Kerngeschäft sind per Moral erwirtschaftete Einnahmen. Konsequente Liberale sollten die problematischen Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen im Blick behalten.

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