Irrweg Luxussteuern

Dem Konsum von Luxusgütern und dem Streben nach Statussymbolen wird vielfach scheinheilig begegnet. Die Boulevard-Medien verlören ohne die Berichte über die Reichen und Schönen ihr glanzvollstes Themenfeld. Zugleich sind die Reichen der Lieblingsfeind linksintellektueller Eiferer, die nach staatlicher Umverteilungsgerechtigkeit rufen. Durch die Geschichte der Nationalökonomie zieht sich eine ähnlich negative Haltung.

Luxusgüter-Konsum wurde meist moralisierend, d.h. negativ begegnet. Dies gilt noch heute in tonangebenden mikroökonomischen Modellen. Bereits die Merkantilisten hatten ein aufwändiges Konsumverhalten breiter Schichten der Bevölkerung abgelehnt und moralische sowie religiöse Gründe vorgeschoben. Die klassische Schule und die Neoklassik bezogen ebenfalls negativ Stellung auf Grund moralischer Argumente. Selbst das Argument der Bewahrung gesellschaftlichen Stabilität wird bemüht. Wohin dies führt wird am Fall Thorstein Veblens sichtbar, der unverhohlen einem technokratischen Sozialismus das Wort redete.

In der Regel richtet sich die Sozialkritik auf die vermeintlich falsche Verwendung der Ressourcen. Es wird letztlich unterschieden in „raffendes und schaffendes Kapital“. Während das böse Kapital den Reichen nutzt, dient das gute Kapital moralisch einwandfreien Zwecken. Und das Moralmonopol besitzen die Moralisierer.

Haben diese bedacht, dass Luxusgüterschnell zu Massengütern für breite Bevölkerungsschichten werden (trickle down effect), wie im Fall von Telefon, Fernseher, Handy und Auto, Kühlschrank, Waschmaschine, Trockenmaschine, Reisen? Hinzu kommen die Arbeitsplätze, die mit der Erarbeitung und Vermarktung kostbarer Dinge verbunden sind.

Wie die Moralisierer so stehen auch die realitätsfremden Modellierer vor der unüberwindbaren Schwierigkeit, den Preis festzusetzen, ab dem ein Gut als Luxusgut gilt, schließlich soll es Status differenzierend wirken. Faktisch ist alles über der Subsistenz als Luxus anzusehen, denn es geht dann um Wahlentscheidungen, um Präferenzen. Und wer könnte angesichts dieser Tatsache noch Luxus wie Kinobesuch, Bücher lesen, eine neue Küche oder ein anderes Auto als einen Trabbi zugewiesen bekommen?

Offensichtliche betreiben Sozialingenieure wie Galbraith, Hirsch und Scitovsky eine Anmaßung von Wissen. Angeblich soll das Statusstreben die optimalen Konsumpläne der Haushalte verzerren. Zudem üben sie sich in Ignoranz gegenüber den Wertschöpfungsketten, die hinter den Luxusgütern stehen. Arbeit bieten Luxusgüter nämlich nicht nur für Reiche.

Völlig verquer mutet die Vorstellung an, Statusstreben sei ein Nullsummenspiel – meine Freude durch eine Rolex ist Dein Leid, weil Du keine hast. Dies ist der eigentliche Irrweg, auf den sich die Befürworter einer Luxussteuer begeben haben: die Forderung nach einem Staatseingriff, d.h. einer Besteuerung. Wohin dies führt zeigt anschaulich das Scheitern der Luxury Excise Tax, die in den USA binnen drei Jahren eingeführt und zurückgenommen wurde.

Echte Liberale verstehen realitätsfremde modelltheoretische Überlegungen ohnehin nicht. Ihnen ist die kollektive Bezugsgröße, die vorgebliche mangelnde volkswirtschaftliche Effizienz, wurscht. Wer sich ein Luxusgut wie eine Yacht kaufen möchte, der soll dies tun und darf sich ganzen Herzens darüber freuen. Umso besser, wenn es sich um einen Filmstar handelt, denn der taucht dann vielleicht sogar in der Bunten oder der Gala auf.

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