Kapitalismus – Begriff für eine längst vergangene Epoche

Kapitalismus: Kampfbegriff von Kritiker und Befürwortern, der im Grunde genommen nur noch tauglich ist, wenn er als Bezeichnung für historische Abschnitte der Geschichte dient, z.B. Hochkapitalismus für die Zeit ab der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert.

Grundsätzlich bezeichnet Kapitalismus eine Wirtschaftsform, die durch Privateigentum an Produktionsmitteln und Steuerung des Wirtschaftsgeschehens über den Markt gekennzeichnet ist, wobei dem Produktionsfaktor Kapital eine herausgehobene Bedeutung zugemessen wird.

Der Begriff begegnet seit dem Beginn des 19.Jahrhunderts, wurde aber vor allem von Karl Marx in seiner Bedeutung als Frontstellung zum Sozialismus geprägt. Vertreter des Ordoliberalismus hielten den Begriff für vollends entbehrlich: Für das zu allen Zeiten gleiche Problem des Wirtschaftens mit knappen Ressourcen einschließlich der Leitung sowie der Verteilung der Güter gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten – dezentrale Planung, also Marktwirtschaft, oder zentrale Planung, also Zentralverwaltungswirtschaft.

Tatsache ist, dass es in einem kapitalistischen System letzten Endes die Verbraucher sind, die Befehle geben. Der Souverän ist nicht der Staat, sondern da Volk.“ Ludwig von Mises, Vom Wert der besseren Ideen, 32

Damit kommen wir nun, mit einigem Widerstreben gegen ein so gehetztes und vages Wort, zum Ausdruck ‚Kapitalismus‘ zurück. Wenn es nämlich auch nur mit einem Schatten von Berechtigung und mit allen Vorbehalten verwandt werden soll, dann äußerstenfalls nur zur Bezeichnung dieser historischen Form der Marktwirtschaft, besser noch, der historischen Gesamtkombination, in der sie im 19. und 20. Jahrhundert auftritt, nicht aber zur Charakterisierung des Ordnungsprinzips der Marktwirtschaft als solchen. ‚Kapitalismus‘ kann also nicht ein Typus der Wirtschaftsordnung, sondern nur eine bestimmte wirtschafts- und sozialgeschichtliche Epoche in ihrer Individualität, Einmaligkeit und Komplexität bezeichnen.” Wilhelm Röpke, Civitas Humana, 4

„Dank der modernen wirtschaftshistorischen Forschung wissen wir heute, wie maßlos jenes Elend des Frühkapitalismus übertrieben worden ist und wie schnell es damals selbst im Falle Englands, das als Pionierland des Industrialismus erklärlicherweise die größten Schwierigkeiten zu überwinden hatte, gelungen ist, die Massenversorgung ständig zu heben und die Arbeitsverhältnisse zu verbessern – ohne die furchtbaren und lange genug fruchtlosen Entbehrungen des russischen Kommunismus, ohne Sklavenlager und Geheimpolizei.“ Wilhelm Röpke, Wirrnis und Wahrheit, 237.

Was ist das Elend des ‚Frühkapitalismus‘ Englands gemessen an den schrecklichen Opfern des kommunistischen Experiments, und was bedeutet die kurze Spanne, in der damals die Engländer auf die Steigerung des Massenwohlstandes und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu warten hatten, gegenüber dem Leidensweg der Massen des kommunistischen Staates?Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 267.

Wenn die Rückkehr zum Kapitalismus wirklich ausgeschlossen ist, wie man allgemein behauptet, dann ist das Schicksal unserer Kultur besiegelt.“Ludwig von Mises, Erinnerungen, 76.

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