Marx schlägt Marx

Stefan Blankertz: Mit Marx gegen Marx. 11 x 11 Thesen, 111 edition g, Berlin 2014, 153 S., 10,00 Euro.

Der erste, zuweilen auch letzte Satz eines Buches gilt Bibliomanen als essentiell. Stephan Blankertz entfaltet zwischen „Grün schillernder Mistkäfer.“ und „Ein paar abgeschlagene Köpfe, der Spaß aber geht unendlich fort.“ seine Marx-Kritik mit Marx-Schriften. In 11 Kapiteln mit jeweils 11 Unterkapiteln re- und dekonstruiert der Wortmetz aus Berlin Marx: Die marxistische Staatskritik wird rekonstruiert, die Kapitalismuskritik dekonstruiert. Methodisch hilft das Dawkins-Theorem, demnach jedem sakralen Text das Eine und zugleich das Gegenteilige entnommen werden kann. Prägnant zum Ausdruck kommt das mit einer Auflistung der 11 staatskritischsten und der 11 etatistischsten Schriften von Marx.

Stefan Blankertz konstatiert, der Marxismus sei längst zu Ideologie im Sinne von Marx geworden, weil der verfälschte Marxismus als Etatismus von den Staatsprofiteuren propagiert und etabliert worden sei.

Das Kommunistische Manifest widerspreche Marx und entspreche Engels Auffassungen. Mit einer falschen Arbeitswertlehre sei es immerhin möglich gewesen, die falsche Theorie der Klassiker, Äquivalente würden getauscht, zu kritisieren. Eine rothbardianisch geschöpfte Quintessenz lautet: Marx lag falsch bezüglich des Absterbens des politischen Kapitalismus – es folgte der Spätkapitalismus.

Rothbard lag falsch bezüglich des Absterbens des Etatismus – es folgte der Spätetatismus. Die Probleme würden nicht dort gesucht, wo sie entspringen, nämlich im Staat selbst.

Das intellektuelle 11 x 11 Mobile ist eine echte Wortmetzarbeit, mit der Liebe zum Detail bis in die stets dreistelligen Fußnoten. Dem Band und Verfasser ist zu wünschen, dass sich Marxisten mit dem roten Buch auseinandersetzen und Ancaps einen Zugang zu Marx finden.
Michael von Prollius

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George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.

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