Forum Freie Gesellschaft

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„Getting Mises right“ – eine Bemerkung zur ÖKT

Smart Investor Leser konnten in den letzten beiden Ausgaben unterschiedliche Auffassungen zur Österreichischen Konjunkturtheorie (ÖKT) lesen.[1] Im Kern geht es um zwei Fragen: Führen die praktizierte Politik des billigen Geldes und die Manipulation des Zinses die Welt oder Europa an den ökonomischen Abgrund? Welche Rolle spielen die spezifischen Umstände für die im Kern zeitlose Boom und Bust Theorie? Einerseits ließe sich feststellen, dass kaum ein Dissens zwischen den beiden Österreichern Polleit und Prollius besteht. Beide …

Der Begriff der Freiheit

Download des Textes: hier. Eine Untersuchung von Helmut Krebs In seinem Grundlagenwerk „Die Verfassung der Freiheit“1 definiert Friedrich von Hayek den fundamentalen Begriff in den ersten Passagen als Abwesenheit von Zwang. Zwang nun wieder ist das Gegenteil der Freiheit. Freiheit ist also das Gegenteil des Gegenteils – eine leere Tautologie. Natürlich begreifen wir umgangssprachlich, was Zwang ist und begreifen daraus auch sein Gegenteil, das Fehlen von Zwang. Aber philosophisch ist dies natürlich keine Definition, die …

Über den Charakter unseres heutigen Geldes

Download des Textes hier. von Helmut Krebs, 18.05.2015 Über das heutige Geld wird gesagt, es sei Fiat-Money, Schuldgeld oder abschätzig auch es sei Zettelgeld oder Falschgeld. Die Währungsfrage bezieht sich auf die Bewirtschaftung des Geldes von seiten des Staates und der geldschöpfenden Banken. Hierbei geht es um die Fragen der Absicherung durch Gold oder Devisen oder um das Fehlen einer solchen. Die Frage des Geldtypus bezieht sich auf die ökonomischen Funktionen des Geldes, ihre Entstehung …

„Die unterschätzte Ausdauer privater medizinischer Vorsorge“

Download des Textes hier. Planwirtschaftliche und marktwirtschaftliche medizinische Vorsorge im Vergleich von Frederic Cyrus Roeder Der folgende Artikel befasst sich mit der Fragestellung, ob die Erbringung privater medizinischer Leistungen und die private Absicherung gegen Krankheit gegenüber planwirtschaftlichen Gesundheitssystemen im Vorteil sind und verdeutlicht anhand praktischer Beispiele, wie dezentrale und auf einem großen Maße an Freiwilligkeit basierende Ansätze der Gesundheitsversorge bessere medizinische und ökonomische Ergebnisse erzielen. Anhand qualitativer und quantitativer Qualitätsparameter und Erfahrungen aus verschiedenen Ländern, …

Zur Struktur staatlicher Aufgaben und ihrer Legitimität aus liberaler Sicht

Download des Working Papers: hier. Ein Grundriss von Helmut Krebs und Michael von Prollius Eine eingehende Untersuchung der Legitimität von staatlicher Tätigkeit und Staatsausgaben wurde von Michael von Prollius vorgelegt (link). Es ist das Schlusskapitel des Buches „Klassischer Liberalismus“ (von Helmut Krebs), das auch im Forum Freie Gesellschaft veröffentlicht wurde. Die Analyse, die wir hier gemeinsam vorlegen, widmet sich derselben Fragestellung aus einem etwas anderen Blickwinkel. Wir versuchen mit einem groben Raster eine Ordnung der …

Buch des Monats Mai 2015

James Tooley: The Beautiful Tree. A personal journey into how the world’s poorest people are educating themselves, Cato Institute, Washington 2009, 303 S., Hardcover 20,03 Euro, Paperback 9,73 Euro. James Tooley hat die Welt bereist, die ärmsten der Armen besucht – in ihren Schulen. Sein Buch machte Furore – Tooley gewann den „Gold Prize“ der Financial Times und der International Finance Coporation beim Wettbewerb „Annual Private-Sector Development Competition“. Die Rede ist von „The Beautiful Tree“. …

Der Crack-up-Boom fällt aus

Die 1920er Jahre lassen sich nicht eins zu eins auf heute übertragen Vor wenigen Jahren warteten Anleger und Anhänger der Österreichischen Schule der Ökonomik geradezu sehnsüchtig auf den sogenannten Crack-up-Boom. Noch heute warnen Vermögensberater und Ökonomen vor der Katastrophenhausse und einem Zusammenbruch des Währungs- und Finanzsystems. Beides wird auf absehbare Zeit ausbleiben. Das hat mit Theorie und Praxis zu tun – mit undifferenzierter Übertragung der Österreichischen Konjunkturtheorie und relativ guter wirtschaftlicher Lage.   Österreichische Konjunkturtheorie …

Die öffentlichen Angelegenheiten und der klassische Liberalismus

Die res publica ist ein wesentlicher Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaft. Sie existiert und muss nicht konstruiert werden. Sie ist Ausdruck eines Bedürfnisses, eines Strebens vereinzelter Menschen zu einer Gemeinschaft. Es gibt zu ihr keine Individual-Alternative und damit keine privatrechtliche. Mit Cicero gilt: „Der Staat ist also die Sache des Volkes; das Volk aber ist nicht jede Vereinigung von Menschen, welche auf irgendeine Weise geschlossen wurde, sondern es ist diejenige Vereinigung einer Menschenmenge, welche basierend auf …

Europäischer Flüchtlingsfonds statt nationaler Asylpolitik

Ein internationaler Ansatz zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Gastbeitrag von Gérard Bökenkamp Politisch Verfolgte müssen geschützt werden. Das ist ein Gebot der Humanität und der Moral und Aufgabe der gesamten internationalen Gemeinschaft. Kein Staat allein kann diese Probleme lösen. Deshalb sollten Regelungen auch auf internationaler Ebene abgestimmt werden. Da in der EU durch den Binnenmarkt und das Schengen-Abkommen ein gemeinsamer Raum für die Freizügigkeit von Menschen, Gütern und Dienstleistungen geworden ist,  ist dies eine Aufgabe der EU.  Die …

Die Österreichische Schule der Nationalökonomie – Eine Einführung

Download der Arbeit als pdf: 150420_R.Haufe_ÖS-Einführung Von Remo Haufe Dass ich die erste Fassung dieser Artikelserie schrieb, ist mittlerweile knapp zwei Jahre her. Anlass war es, die gewonnenen Erkenntnisse aus meinem Studium der Österreichischen Schule leicht verständlich einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Seit dem Erscheinen fanden sich stetig Leser, denen die Lektüre hoffentlich geholfen hat einen Überblick über diese alternative Denkschule der Nationalökonomie zu gewinnen. Die Artikel in der vorliegenden Arbeit sind leicht überarbeitet und …

Was ist Geschichte? Ludwig von Mises Konzept der Geschichtswissenschaft

Download als pdf: Mises-Geschichte Eine Darstellung von Helmut Krebs Ludwig von Mises war nicht nur der bedeutendste Ökonom in der Tradition der klassischen Ökonomie und ein eigenständiger tiefschürfender Sozialphilosoph, sondern auch ein respektabler Geschichtsschreiber. Sein frühes Werk „Nation, Staat und Wirtschaft“ besteht in Teilen aus geschichtlichen Rückblicken, aber insbesondere sein Essay „Omnipotent Government“, das auf Deutsch unter dem Titel „Im Namen des Staates oder Die Gefahren des Kollektivismus“ erschien, sind unersetzbare Beiträge zum Verständnis der …

Ist der Liberalismus die politische Partei der Unternehmer?

von Helmut Krebs Im Ökonomen-Blog fordert Dr. Nils Hesse “Wirtschaftsliberale in die Politik”,  ein Aufruf, den viele Kommentatoren in Facebook verlinkt haben. Die Kernaussage lautet, dass niemand besser als Unternehmer für Liberalismus eintreten könnten. Erhard stammte aus einem Kaufmannshaus. Nun tue ich das auch und verstehe diese Denkweise. Wer unternehmerisches Handeln aus der Innenperspektive kennen gelernt hat, hat den reinen Theoretikern etwas voraus: ein Quäntchen an Realitätssinn. Dennoch halte ich diesen Appell zwar für richtig, …

Gewaltmärkte forcieren Staatsbildung

Download des Working Paper: FFG_150412_Gewaltmärkte-Staatsbildung_MvP „Gewaltoffene Räume“ gibt es am Rande Europas wieder zuhauf. Neben den kriegerischen Auseinandersetzungen im Ukraine-Krim-Konflikt erregt der Islamische Staat mit seinen Dependancen in Irak, Syrien, Ägypten und Libyen weltweit Aufmerksamkeit. In beiden Konfliktzonen sind staatliche Streitkräfte und nicht-staatliche bewaffnete Kräfte beteiligt, dazu gehören auch Söldner. Neugierig macht da eine aktuelle Publikation aus dem Verlag Duncker & Humblot mit dem Titel: „Söldnerlandschaften. Frühneuzeitliche Gewaltmärkte im Vergleich“. Zwar haben es Sammelbände immer wieder …

Buch des Monats April 2015

Roger Koppl: From Crisis to Confidence. Macroeconomics after the Crash, Institute of Economic Affairs, London 2014, 164 S., 18,28 Euro.  Publikationen zur internationalen Finanzkrise nehmen inflatorische Ausmaße an. Gute Darstellungen bleiben indessen knapp. Zu ihnen zählt unbedingt die integrierte Darstellung des früheren Präsidenten der Society for the Development of Austrian Economics. Integriert ist Roger Koppls Krisenanalyse aus mehreren Gründen: Erstens handelt es sich nicht um die übliche Lobpreisung österreichischer Theorie bei gleichzeitigem Geringschätzen anderer Schulen. …