EU-Geschichtsideologie entlarvt

(mvp) Der in Oxford lehrende Professor für Geschichte Oliver Zimmer packt die Brexit-Kritiker, EU-Adepten und Globalisierungsgutmenschen an ihrem wunden Punkt: der Geschichtsphilosophie, der sie aufsitzen. In seinem NZZ-Beitrag Geschichtsphilosophisch taub zeigt er, dass für eine offene Entwicklung des europäischen Integrationsexperiments und für alternative Wege in ihren Köpfen kein Platz ist: “Die Vorstellung, dass es bei der Schaffung eines europäischen Bundesstaats um ein Experiment geht, dessen Ausgang unter freiheitlich-demokratischen Bedingungen stets offenbleiben muss, ist für einen Teil der europäischen Elite bis heute inakzeptabel.” Es steckt noch viel Hegel und Marx in den Hirnen. Das sollte all jenen eine Mahnung sein, die im Namen von Freiheit und Globalisierung der EU, zuweilen als Block oder Supranationalstaat, und gar offenen Grenzen das Wort reden. Zimmer fährt fort: “Der Prozess der europäischen Integration ist das Paradebeispiel für diese Verschiebung weg von einem deterministischen Entwicklungsglauben hin zu einer (mit technokratischer Planungskompetenz unterlegten) Erwartungsideologie.” Die Chiffren der Geschichtsphilosophie seien Vernunft und Fortschritt. Zugleich werde Dissidenz nicht geduldet. Ein entlarvender Artikel, der manchem Liberalen zu denken geben sollte.

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"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.