Kunst und Kultur – jenseits und diesseits des Marktes

Kultur verstetigt, Kunst bricht auf. Beides wirkt ineinander und kann nicht ohne das andere.“ Dieser treffende Satz stammt aus dem Blogbeitrag 35 Gründe für Kunst und Kultur von Steffen Peschel, der fährt fort: „Wir brauchen die Gewissheit und den grenzenden Horizont, gleichzeitig aber auch die Freiheit und die Versuchung hinter allen letztlich ausgedachten Grenzen Neues zu entdecken.

“Diese Spannung von Geborgenheit und Freiheitsdrang stellt eine zeitlose Herausforderung dar. In einer durch Globalisierung und Migrationsströme gekennzeichneten Welt erlangt die Erkenntnis besondere Bedeutung: „Kultur ist Ausdruck eines Identitätsraums“ und/ versus „Kunst schafft Verständigung, Verbundenheit“.

Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow hatten eine scharfe Trennlinie zwischen Marktwirtschaft und dem Bereich „Jenseits von Angebot und Nachfrage“, zwischen dem Markt und dem Marktrand gezogen. Dabei betonten sie, dass jeder Bereich seinen eigenen Funktionsprinzipien unterliege.

Wer auf die 35 Gründe für Kunst und Kultur schaut, wird eine Menge Prinzipien und Wirkungen entdecken, die im Zentrum der Marktwirtschaft stehen. Wer an die drei „i“ von Peter Boettkes Kurzformel für die Marktwirtschaft 3 x p + 3 x i denkt (Information, Innovation, Incentives/Anreize), wird fündig: Kunst ermögliche Verständigung, sorge für Verbundenheit, inspiriere und speichere Wissen. Kunst breche mit Bestehendem, schaffe Unterschiede und biete die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Und all das bereitet Freude.

Vor diesem Hintergrund erscheint Steffen Peschels Verwunderung unangebracht, aber verständlich, als er zu der Erkenntnis gelangt, Kunst sei eine Kapitalanlage. Natürlich und warum nicht? Anders als von ihm einleitend festgestellt stellen die 35 Gründe für Kunst und Kultur kein Plädoyer für eine staatliche Subventionierung dar – im Gegenteil: 35 Gründe für eine rein private Finanzierung* lassen sich dem Text entnehmen. Schließlich wissen freie Menschen besser als staatliche Bürokraten mit Innovationen, Versuch und Irrtum umzugehen.

* Das Bild zum Blogbeitrag stellt eine Initiative der Bank Austria dar.

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"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.