Politischer Wettbewerb stärkt Demokratie und Freiheit

Politischer Wettbewerb ist das Erfolgsgeheimnis der Demokratie.“ So lautet der erste Satz in der tiefschürfenden Analyse der Demokratie-Krise in Europa und Deutschland mit dem Titel „Zwischenstaatlicher politischer Wettbewerb“. Das Buch stammt von Roland Vaubel und bietet in 17 Kapiteln die Erträge eines dreieinhalb Jahrzehnte währenden Forscherlebens zu staatlichem Wettbewerb. Enthalten ist zudem eine Strategie für ein prosperierendes, demokratisch-rechtsstaatliches Europa.

Zwischenstaatlicher politischer Wettbewerb hat herausragende Vorteile: Wettbewerb eröffnet den Bürgern Wahlmöglichkeiten. Wettbewerb setzt Anreize, sich an den Bürgerwünschen zu orientieren.

Wettbewerb findet nicht nur inländisch, sondern auch zwischenstaatlich statt, politisch per Abstimmung mit den Füßen, ökonomisch durch Abstimmung mit dem Geldbeutel.

Das politische Kartell der EU ist davon weitgehend ausgenommen. Das ist schlecht. Freiheit und Demokratie leiden darunter.

Roland Vaubel bietet eine gleichermaßen kurze wie weitreichende Analyse der politischen Probleme Europas und eine klare Lösung – als Formel: Eine harmonisierende EU ist das Problem, zwischenstaatlicher Wettbewerb die Lösung – Institutionen machen den Unterschied.

Die 17 Kapitel des Bandes verleihen dieser Erkenntnis Breite und Tiefe. Sie sind binnen 37 Jahren entstanden, zwischen 1980 und 2016. Vielfach handelt es sich um wissenschaftliche Aufsätze, daneben auch um prägnante Artikel. Thematisch decken sie die politische Ökonomie, die Geldordnung, mehrfach Geschichte und sogar die Barockmusik ab. Für den Leser ist angenehm, dass veraltete Abschnitte und Dubletten gestrichen wurden (sichtbar durch …).

Der emeritierte Mannheimer Ökonom urteilt treffend: „Wenig davon ist bekannt, vieles ist höchst relevant.“ Genau so ist es! Für die Debatte über die Krise der Demokratie in Europa und Auswege liefert das Buch von Roland Vaubel „Zwischenstaatlicher Wettbewerb“ wertvolle Blicke hinter die Kulissen. Es lohnt sich, es zu lesen und darüber zu sprechen oder zu schreiben.

Michael von Prollius
Literatur: Roland Vaubel: Zwischenstaatlicher politischer Wettbewerb, LIT Verlag, Münster 2018, 264 S., 29,90 Euro.
Lesetipp: Eine ausführliche Einordnung und Besprechung bietet das LI-Paper “Wettbewerb löst unsere politischen Probleme”.

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Zitat Zur Freiheit

"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.