Deflation ist eine natürliche Reaktion

Deflation ist das Gegenstück zur Inflation. Deflation ist zu allererst eine Reaktion auf die vorangegangene Inflation. Die Geldmenge schrumpft nach einer inflationären Geldmengenausweitung wieder. Dabei entlarvt die Deflation Investitionen, die erst im Zuge der Inflation in Gang gesetzt wurden, als unrentable Projekte. Rezession und Arbeitslosigkeit sind in einem solchen Fall regelmäßig die Folge. Preise fallen und die Wirtschaftsleistung schrumpft. Weil Unternehmen, Banken und Staaten im Zuge der Deflation Pleite gehen, verlieren Sparer Ersparnisse. Zweifelsohne ist die Deflation, wirtschaftlich wie politisch, eine schmerzhafte Entwicklung, für viele Menschen auch eine bittere Ernüchterung. Gleichwohl gilt: Die Inflation ruft die Blasenbildung hervor, die Deflation entzieht der Blase die Luft.

 

Zur Vertiefung:

Zur Zeit des Goldstandards war Deflation eine typische Korrektur betrügerischen Handelns von Banken. Diese hatten mehr Banknoten ausgegeben als Einleger Gold bei ihnen hinterlegt hatten. Sobald der Schwindel aufflog, verlangten die Halter der Banknoten die Herausgabe des ihnen versprochenen Goldes. Die ersten, die am Bankschalter erschienen, bekamen meist noch die versprochene Goldmenge, während diejenigen, die später kamen, leer ausgingen, weil die Bank bereits bankrott war. Ihre Banknoten wurden wertlos, sie wurden nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert, und die Geldmenge nahm ab. Die Deflation kam jedoch zum Stillstand, sobald die geschrumpfte umlaufende Papiergeldmenge dem tatsächlich vorhandenen Goldbestand der Banken entsprach.

Der Goldstandard hatte also einen festen Ankerpunkt, auf den sich die zuvor künstlich aufgeblähte umlaufende Geldmenge immer wieder zurückschrumpfen konnte: die vorhandene Goldmenge. Im heutigen staatlichen Geldsystem existiert jedoch kein solcher Ankerpunkt mehr – Geld wird aus dem Nichts geschaffen, vor allem durch Kredite. In einem Staatsgeldsystem ohne Ankerpunkt birgt Deflation eine erhebliche Gefahr: Es kann eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden, deren Endpunkt nicht absehbar ist.

So führt das Schrumpfen der Geldmenge unweigerlich zu Kreditausfällen. Banken verbuchen Verluste und gehen sogar Pleite. Dadurch verlieren Sparer ihre Sichteinlagen, und so schrumpft die Geldmenge weiter. Unternehmenspleiten lassen die Arbeitslosigkeit steigen, und das erhöht wiederum die Kreditausfälle und die Bankenpleiten. Die Abwärtsspirale dreht sich immer weiter. Das Staatsgeldsystem kann regelrecht implodieren, wenn auf einer vorangegangenen Inflation die Deflation folgt. Das mag erklären, warum Deflation im Staatsgeldsystem so gefürchtet und das Heil in fortwährendem Inflationieren gesucht wird.

Sollten die Zentralbanken die drohenden Verluste der Geschäftsbanken durch neu gedrucktes Geld zu finanzieren suchen, wird Inflation, also die Entwertung des Geldes die Folge sein. Und weiten die Regierungen die bereits auf historische Höchststände gedrückte Staatsverschuldung aus, um den Verlustausweis bei den Banken zu vermeiden, so bedeutet das nichts anderes, als die offenen Rechnungen von der laufenden auf die künftige Generation der Steuerzahler abzuwälzen. Ob sie jedoch die ungeheure Schuldenlast, deren Begleichung die gegenwärtige Generation jetzt mit allen Mitteln auszuweichen versucht, auf sich nehmen wird, erscheint zweifelhaft – zumindest solange die Möglichkeit zur Abwanderung besteht.

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