Mehr Sicherheit durch Zentralismus?

Der deutsche Innenminister plant eine Reform der Sicherheitsarchitektur, die zugleich eine Föderalismusreform darstellt. Zentralisierung ist das Ziel. Soll z.B. der Bundesverfassungsschutz von einer Dachbehörde zu einer Bundesverwaltung werden und die Landesämter für Verfassungsschutz inkorporieren.
Ich finde es immer wieder seltsam, dass Zentralismus – eine scheinbar einfache hierarchische Organisation – besser sein soll als Professionalität und gut koordinierte dezentrale Strukturen, die die Probleme dort lösen, wo sie anfallen. Niemand mit Verstand würde eine zentral geplante Wirtschaft fordern, die viel schlechter Informationen übermittelt als eine dezentrale Marktwirtschaft. Wenn eine Zentrale Fehler macht, wiegt das besonders schwer.
Das LKW-Unfall-Attentat in Berlin deutet unter anderem darauf hin, dass die falschen Schlüsse aus guter Arbeit gezogen und falsche Entscheidungen getroffen wurden. Die Ausschöpfung des Rechtsrahmens und seine Erweiterung gehören zur Professionalisierung, etwa konsequentes Abschieben und die Alternative Sicherungshaft oder Ausreise, bei der Verdächtige sogar die Wahl haben.
Organisation bietet nur eine Lösung für Organisationsprobleme. Prozesse lassen sich verbessern, ohne eine hierarchische Organisation zu schaffen. Neben Organisation gibt es noch vier weitere Managementfunktionen: Planung, Kontrolle, Personaleinsatz und Führung. In Behörden gibt es in diesen vier Bereichen jede Menge Professionalisierungsspielraum.

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"A king rules over willing subjects, a tyrant over unwilling. The institutions of a free society are designed to ward off those who would govern, not for their country but for themselves, who take account not of the public interest but of their own pleasure."

George Buchanan (1505-1582): Dialogue concerning the rights of of the Crown of Scottland, englische Übersetzung von 1799, London, 143.