Hayek heute – Eigentum: eine Säule des Liberalismus

– Ohne Eigentum gibt es keine Freiheit.
– Eigentum ist die Voraussetzung für Marktwirtschaft und für Wohlstand.
– Eigentum ist erneut gefährdet. 

Der Liberale weiß, Eigentum ist die Garantie persönlicher Freiheit schlechthin. Ohne privates Eigentum gibt es keine Freiheit. Der Ruf nach Kollektiveigentum verschleiert, dass tatsächlich lediglich eine kleine, herrschende Gruppe über alles Eigentum verfügt. Ohne privates Eigentum gibt es kaum Schutz der Privatsphäre, da niemand sich hinter seine Mauern in sein Zuhause auf seinen Grund und Boden zurückziehen kann. Ohne privates Eigentum gibt es kein Unternehmertum und damit keine wirtschaftliche Prosperität. Für Ludwig Erhard bedeutet Privateigentum die „freie individuelle Verfügung über Geld, Sachen und Sachwerte“. Wer möchte ernsthaft, dass andere Menschen über die Verwendung des eigenen Gelds, der eigenen Sachen und Sachwerte entscheiden?

Eigentum schützt den einzelnen Menschen genauso wie die Masse und die Minderheiten. „Die Aufhebung des Eigentums degradiert das Individuum zur öffentlichen Figur.“ wie Wolfgang Sofsky weitblickend erkannte. Ohne Eigentum wird der Mensch zur Verfügungsmasse. Eigentum bedingt eine Grenzziehung zwischen Dein und Mein. Zugleich respektieren die Bürger durch die Anerkennung des Eigentums ihre Privatsphären und setzen dem Staat eine Grenze.

Der Liberale erkennt, dass Eigentum individuelle Selbstbestimmung ermöglicht, statt von anderen und insbesondere von der Obrigkeit abhängig sein zu müssen. Wer Eigentum besitzen kann, der hat einen Anreiz es zu mehren und zu verteidigen – anders als diejenigen, die von Zuwendungen leben. Im Übrigen besitzt jeder Mensch etwas, das ihm wert und teuer ist, das er sein eigen nennt. Eigentum ist eine ursprüngliche menschliche Kategorie. Der Mensch entfaltet sich mit und durch Eigentum. 

Eigentum ist das Fundament der Marktwirtschaft: Erst Eigentum ermöglicht die Bildung von Preisen. Im Sozialismus gibt es keine Preise, die die realen Knappheitsverhältnisse und Wertschätzungen von Anbietern und Nachfragern widerspiegeln. Im Etatismus sind die Preise massiv verzerrt. Ohne Marktpreis ist eine vernünftige Koordination der Ressourcen unmöglich. Folglich kann niemand die Rentabilität seiner (konkurrierenden) Vorhaben einschätzen. Somit lassen sich Investitionsalternativen wirtschaftlich nicht miteinander vergleichen. Privateigentum und freie Preisbildung sind konstituierende Voraussetzungen der Marktwirtschaft. Schließlich stellt Eigentum die Unternehmen in den Dienst der Verbraucher.

Das Ausmaß der staatlichen Verstöße gegen das Privateigentum ist heute für Liberale fatal. Dem sprichwörtlichen Mops, der den Wurstschatz bewachen soll, wird auch von sogenannten Wirtschaftsliberalen zu viel wohl meinende Gestaltungsabsicht beigemessen. Rekordsteuereinnahmen bei vernachlässigter Infrastruktur weisen auf die Schieflage hin genauso wie Enteignungsinitiativen und Meinungsumfragen. Umverteilung heißt, dass man Eigentum Menschen wegnimmt. „Wenn man das privat tut, kommt man in den Knast. Wenn man es kollektiv tut … ist es zwar legal, aber in seinen Konsequenzen katastrophal.“ konstatierte Hans-Werner Sinn angesichts überbordender Transfers für alles und jeden.

„Unsere Generation hat eben vergessen, daß das System des Privateigentums die wichtigste Garantie für die Freiheit ist, und zwar nicht nur für diejenigen, die Eigentum besitzen, sondern auch fast ebenso sehr für die, die keines haben.“

Friedrich August von Hayek 

Eigentum ist erneut eine gefährdete Säule der freien Gesellschaft: Enteignung, Einschränkung der Verfügungsrechte, Geldentwertung, Steuer- und Abgabenlast sowie eigentumsfeindliche Gesetzgebung sind Bedrohungen durch den Staat. Privat kommt noch Kriminalität hinzu. Hin und wieder gibt es Umwelt bedingte Schäden. Als Friedrich August von Hayek in fortgeschrittenem Alter gefragt wurde, was er der Jugend als die eine Lehre mit auf den Weg geben würde, war das der Schutz des Privateigentums. 

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