Trickle Down Theorie – Steuersenkungen begünstigen Reiche?

Thomas Sowell ist ein großartiger Ökonom und Denker, analytisch und empirisch.

Für sein Stipendium reichte, so die anekdotische Begründung aus der Biographie „Maverick“, der 1-Satz-Hinweis von Milton Friedman an die Geldgeber aus, Sowell sei zu klug, um Sozialist zu bleiben, dem George Stigler als Gutachter lediglich zustimmte.

Sowell hat sich kritisch mit der „Trickle Down Theorie“ auseinandergesetzt. Er hält die Debatte für eine Auseinandersetzung mit einer Karikatur des Originals, was mit Schumpeter regelmäßig die Regel sei. Im Mittelpunkt steht die Behauptung, Steuersenkungen würden den Reichen dienen. Sowell sieht diese Auffassung als Ausdruck unzulänglichen Denkens an.

Der Vorwurf kam in den USA erstmals prominent bei den Steuersenkungen im Jahr 1920 auf. Tatsächlich zahlten die Reichen nach den Steuersenkungen absolut und relativ mehr Steuern. Seitdem ist gleichwohl das unzulängliche Denken etabliert, etwa bei Angriffen gegen Reagan und gegen Bush.

Die Gegner von Steuersenkungen betrachten für Sowell die Wirtschaft als Nullsummenspiel. Umverteilung der bestehenden Wirtschaftsleistung ist dementsprechend ihr Ziel. Die Reichen sollen mehr Steuern zahlen.

Die Befürworter von Steuersenkungen wollen hingegen eine Verhaltensänderung bewirken. Niedrigere Steuern verbessern die Zukunftsaussichten auf Gewinne und regen damit aktuell zu Investitionen an, die dann für mehr wirtschaftliche Aktivität und mehr Arbeitsplätze sorgen.

Offenkundig ist es für die Staatseinnahmen besser, die Wirtschaft wachsen zu lassen und dann von höheren Steuereinnahmen zu profitieren, weil das zu versteuernde Einkommens- und Ertragsvolumen wächst, als die Steuersätze zu erhöhen und das Wachstum der Wirtschaft zu bremsen. Der Anreiz zur Steuervermeidung kommt noch hinzu. Darin waren sich Kennedy, Reagan und George W. Bush einig.

Die Befürworter von Steuersenkungen haben, so Sowell, nie von einem höheren Wohlstand für die Reichen gesprochen, der dann allmählich zu den Armen durchsickere.

Mehr Wirtschaftswachstum bedeutet mehr Wohlstand für alle – durch mehr Output und mehr Arbeitsplätze bei gleichzeitig höherem Steueraufkommen als bei den alten Steuersätzen.

1929 waren das über 1 Milliarde Dollar bei einem Steuersatz von 24 Prozent für ein Jahreseinkommen von über 100.000 Tausend Dollar und einem Anteil von 65 Prozent des Steueraufkommens von diesen Reichen. 1921 betrug der Reichen-Steuersatz 73 Prozent, das Steueraufkommen 700 Millionen Dollar und der Anteil der Reichen daran nur 30 Prozent.

 

Literatur: Thomas Sowell: „Trickle Down“ Theory and “Tax Cuts for the Rich”, Hoover Institution Press Publication No 635, Stanford 2012, 17 S.

  
   

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