Kompendium Ordnung der Freiheit
Kompendium Ordnung der Freiheit

Der Che Guevara Mythos

Der Peruaner Alvaro Vargas Llosa gilt als einer der führenden Freiheitsdenker und Aufklärer Südamerikas. Noch hat allerdings Che Guevara einen Popularitätsvorsprung. „Che“ prankt auf T-Shirts, Taschen und Fahnen. Kinofilme strickten an seinem Mythos mit – der Sozialrevolutionär, der Arzt, der Bohemian, der gern reiste und Cuba vom Kapitalismus befreite. Es wird Zeit, die Popikone vom Sockel zu stoßen und Konsumenten wie Revolutionsromantikern darüber aufzuklären, mit wem sie eigentlich herumlaufen oder hinterherlaufen: Einem Mörder, der mehrere …

Der vermeintliche Deismus des Liberalismus

Vertretern des klassischen Liberalismus wird ein Deismus, ein gleichsam göttlicher Glaube an die natürliche Funktionsfähigkeit einer freiheitlichen Ordnung unterstellt. Die Vorwürfe von Sozialdemokraten aller Couleur, aber auch Dreiviertel- und anderen Bindestrichliberalen, richten sich gegen eine unterstellte Ordnungsvorstellung. Kritisiert werden die zuweilen als “Paläoliberale” (Alexander Rüstow) bezeichneten konsequenten Vertreter des methodologischen Individualismus im Wesentlichen wegen ihres unbeirrten Eintretens für eine unpersönliche Form der sozialen Koordination menschlicher Aktivitäten. Die Kritik hat drei Facetten, die letztlich von dem …

Antikapitalistische Irrtümer

Ludwig von Mises gilt als herausragender  Vertreter der Österreichischen Schule. Die Klarheit seiner Gedankenführung ist vorbildlich, sein Eintreten für eine freie Gesellschaft kompromisslos. In diesem Band deckt Mises die psychologischen Ursachen des Antikapitalismus auf. Dazu zählen Privilegienstreben, enttäuschter Ehrgeiz und Ressentiments sowie Vorurteile von Intellektuellen, Angestellten und Beamten. Erhellend sind seine Untersuchungen zum Kommunismus der Filmindustrie und der Literaten, deren Anmaßung auf dem Unwissen über die Funktionsweise von Volkswirtschaften und einer Gesellschaft beruht. Sie sind …

Der Mythos der Machbarkeit: das Stabilitätsgesetz

Wirtschaftsgeschichte: Das Stabilitätsgesetz von 1967 „enthält in systematisch wenig geordneter Form Aussagen institutioneller Art (wer soll handeln), Zielvorgaben und Aussagen instrumenteller Art (womit soll gehandelt werden)“ (K. H. Hansmeyer), die sich in ökonomischer Perspektive zu einem Handlungsrahmen verbinden, der von der Politik permanent neu zu füllen war. Die diesem Gesetzestyp eigentümliche Mischung aus spezifischen Handlungsanweisungen und allgemeinen Absichtserklärungen war auf die Erhaltung des „gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts“ gerichtet (§ 1 StabG). Hinter dieser vagen Zielaussage verbirgt sich …

Der Glaube an die Unfehlbarkeit des Organisators

Der Staat, also Politiker und Bürokraten, wissen, was für die Bevölkerung gut ist, deshalb organisieren sie weite Teile des alltäglichen Lebens – von der Wiege bis zur Bahre. Durchschnittlich 80.000 Vorschriften soll ein deutscher Bürger in seinem Leben tagtäglich beachten. Nun, wenn die natürlichen Neigungen der Menschen so schlecht sind, dass man ihnen die Freiheit (zu entscheiden) nehmen muss, wie kommt es dann, dass die natürlichen Neigungen der Organisatoren gut sind? Gehören die Gesetzgeber und …

Wettbewerb als Entdeckungsverfahren

Die Marktwirtschaft steht und fällt mit dem Leistungswettbewerb – wie die offene Gesellschaft insgesamt. Schließlich ist der Wettbewerb ein „Entdeckungsverfahren“ (Friedrich A. von Hayek), das neues Wissen in vielfältiger Gestalt hervorbringt und durchsetzt. Unauflöslich damit verbunden ist die Fähigkeit des Wettbewerbs aufzuzeigen, welche Planungen falsch sind, einschließlich aller Produkte, die von Kunden nicht mehr (genügend) nachgefragt werden. Außerdem ist Wettbewerb ein geniales “Entmachtungsinstrument” (Franz Böhm) in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, denn er bedroht permanent …

Anmaßung von Wissen

Eine Regierung, ein Parlament, eine Kommission oder eine Planbehörde kann niemals das gesamte Wissen der Menschen eines Landes in sich vereinigen; weder hinsichtlich ihrer Wünsche und Präferenzen, noch hinsichtlich ihrer (kostengünstigen) Verfahren diese zu erreichen. Hinzu kommt, dass keine einheitliche Werteskala für alle Menschen existiert. Vielmehr hat sich die Pluralität moralischer Normen in einem jahrhundertelangen Prozess entwickelt. Damit stehen Politiker wie Experten vor einer unlösbaren Aufgabe: Wollen sie die moralisch vielfältigen Auffassungen nicht einfach standardisieren …

Überlegenheit des Systems Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft ist jedem anderen System überlegen. Der Ursprung der Überlegenheit – und zugleich der Grund warum es nicht durch staatliche Machtmittel eingeschränkt oder unterdrückt werden darf – liegt darin begründet, dass vom Wissen unzähliger Personen Gebrauch gemacht wird. Und dieses verstreute Wissen ist geradezu unendlich größer als das Wissen einer einzelnen Person. Jedwede Form zentralisierter Planung ist den dezentralen gesellschaftlichen Prozessen von Versuch und Irrtum hoffnungslos unterlegen. Es gibt kein leistungsfähigeres und bei Einhaltung …

Jede Leistung des Staates beruht auf einem Verzicht des Volkes!

Der Staat besitzt nichts. Der Staat, das sind Politiker und Bürokraten in Bund, Ländern und Gemeinden. Alle staatlichen Leistungen, ob Kindergeld, Steuerbescheid oder Filmförderung, werden von uns Bürgern bezahlt. Der Staat nimmt uns das Geld über Steuern und Abgaben weg. Häufig gibt er uns oder unseren Nachbarn einen Teil davon direkt zurück z.B. Arbeitslosen, Häuslebauern oder Bauern. Allerdings versickert ein beträchtlicher Teil des Geldes zuvor in den Verwaltungen. Stets fehlt den Menschen dieses Geld, um …

Sieben politik-ökonomische Konzepte für die Allgemeinbildung

1. Handel bringt Wohlstand und Wandel. Arbeitsteilung und Spezialisierung über Grenzen hinweg – die eine politische Künstlichkeit für den Handel darstellen – sind wesentliche Wohlstandstreiber. 2. Der Markt ist ein Prozess, der sich (fast) nie im Gleichgewicht befindet und über den Wettbewerb als Entdeckungs- und Entmachtungsverfahren das Koordinationsproblem einzigartig löst. 3. Unternehmer sind die Quelle von Innovationen, die Kombinatoren von Informationen, die Alltagsverbesserer und Wohlstandsmehrer, gleichwohl bleiben die Konsumenten Könige und entscheiden über den Wert …

Die Ordnung der Freiheit – 7 Thesen

Freiheit, Liberalismus und Pluralismus – gesellschaftliche Voraussetzungen für Innovation und Fortschritt 1. Die Freiheit ist der Ausgangszustand, in dem wir Menschen leben. Freiheit ist die Voraussetzung für unser Handeln. Freiheit ist stets Handlungsfreiheit: sprechen, schreiben, glauben, auswählen, kaufen, laufen. Ohne Freiheit gibt es keine Vielfalt, keine Innovation und keinen Fortschritt. Kunst ist eine Tochter der Freiheit (Schiller). Jede Einschränkung der Freiheit bedarf einer Begründung, die Existenz der Freiheit hingegen nicht. 2. Die Freiheit des einen Menschen …