Die Inflation ist zurück – einige zeitlose Einsichten

Vermögenspreisinflation ist ein Krisenanzeichen, das bereits im Mittelpunkt der Finanzkrise 2007 folgende stand. Inzwischen zieht auch die offizielle Teuerung der Konsumgüter an – 5% in den USA sind kein Pappenstil. Zudem haben die Zentralbanken als Inflationsbehörden eine noch weitergehende Politik der Geldentwertung als bereits bisher angekündigt.

Während die Teuerung einzelner Güter deren Knappheit im Verhältnis zur Nachfrage und zu anderen Gütern anzeigen kann, also Ausdruck einer Wertschätzung ist, kann eine Teuerung von Gütern auf breiter Front stets nur die Folge einer Ausweitung der Geldmenge über den Anstieg der Gütermenge hinaus sein.

Die Politik der Geldentwertung ist so alt wie der Zugriff der Herrschenden auf das Geld. Sie begünstigt die Manipulatoren und schädigt die Bevölkerung.

Drei zeitlose Zitate

Die Inflation muss vielmehr als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird. Die Inflation schmälert nicht nur das Einkommen, sondern zerstört die Existenzgrundlagen. Eng damit zusammen hängt die Illusion, dass die Inflation wachstumsfördernd und somit Garant der Arbeitsplätze sei.

Ludwig Erhard, Inflation ist Betrug am Bürger, Saarbrücker Landeszeitung, 29. Januar 1972.

Es kann gar nicht zu oft gesagt werden, dass Inflation nie eine unvermeidbare Naturkatastrophe ist; sie ist immer die Folge der Schwäche oder Unwissenheit der verantwortlichen Währungspolitiker.

Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 374.

Erst die Papierwährung hat uns gelehrt, was das Wort ‚Inflation’ bedeutet, ja es gibt kaum eine einzige Papierwährung, die nicht früher oder später der Entwertung anheimgefallen ist, weil die verantwortliche Regierung entweder nicht im Stande war oder gar nicht die Absicht hatte, die Geldmenge knapp zu halten.

Wilhelm Röpke, Lehre von der Wirtschaft, 140.

Drei zeitlose Lektüreempfehlungen

Henry Hazlitt: What You Should Know About Inflation, Erstauflage 1960.

Inflation fällt nicht vom Himmel. Inflation ist eine Wirtschaftspolitik, die nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann. Ein Grundübel von Inflation besteht darin, dass sie Wohlstand und Einkommen umverteilt. Anders als in einer funktionsfähigen Marktwirtschaft mit stabilem Geld sind die Gewinne der einen die Verluste der anderen. Die von Inflation profitierenden Sektoren einer Gesellschaft sind der Staat und die Finanzinstitute, besonders hart getroffen wird die arme Bevölkerung. Es spricht für sich, dass diejenigen, die für Inflation plädieren, von ihr wenig getroffen werden.

Angesichts der heute vorherrschenden Konfusion über den Charakter von Inflation ist Henry Hazlitts glänzend geschriebenes Buch ein unverändert unentbehrliches Inflations-ABC; die 44 kurzen Kapitel beruhen auf Artikeln seiner Newsweek-Kolumne „Business Tides“. Die Lektüre immunisiert gegen Irrtümer und zeigt eindringlich, dass die Politik einer Ausweitung der Geldmenge gestoppt werden muss.

Kostenloser Download: https://mises.org/library/what-you-should-know-about-inflation-0

Volkmar Muthesius: Augenzeuge von drei Inflationen. Erinnerungen und Gedanken eines Wirtschaftspublizisten, Fritz Kapp Verlag, Frankfurt am Main, 2. Auflage 1973, 239 S., antiquarisch erhältlich.

Volkmar Muthesius (1900 – 1979) ist leider in Vergessenheit geraten. Dieses Schicksal teilt er mit anderen verdienstvollen Wirtschaftspublizisten, darunter Henry Hazlitt. Die beiden Publizisten verbindet: ihre klassisch-liberale Grundhaltung, das unermüdliche Korrigieren wirtschaftspolitischer Irrtümer und das Werben für Marktwirtschaft und einen zurückgenommenen Staat. Außerdem waren beide „Mises-Fans“. Indes blieb der Jurist Muthesius vorwiegend wirtschaftspublizistisch tätig, mit einem Schwerpunkt auf Geld, Kreditwesen und Inflation.

Seine Erinnerungen „Augenzeuge von drei Inflationen“ sind ein lesenswerter Gang durch die Inflations- und zuweilen Interventionsgeschichte Deutschlands. Inflation war bis zum Ersten Weltkrieg ein unbekanntes Wort. Mit der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ging eine Welt zugrunde, die durch freien Warenverkehr und eine weltweite Einheitswährung gekennzeichnet war: Gold. Allerdings galten die „blauen Lappen“, die Hundertmark-Scheine als bürgerliches Statussymbol, weil 20 Mark Goldstücke jeder Arbeiter ausbezahlt bekam. Wie diese Welt aussah, schildert Muthesius anhand einer spontanen Reise von fünf Abiturienten nach Paris, die nach der Abgangsfeier in Weimar nicht nach Hause gingen, sondern einen Zug nach Frankfurt nahmen: „Sie sandten einen Boten zu ihren Eltern und ließen ihnen sagen, sie möchten sich gedulden, nach drei Tagen würden sie heimkehren.“ Und Muthesius fährt fort, indem er die Zweifel von Zuhörern ausräumt, es hätte an Devisen, Pässen und Visa sowie Reiseutensilien gemangelt: „Einen Paß brauchte man vor dem Ersten Weltkrieg nur zur Reise nach Russland, die ganze übrige Welt stand jedem offen. ‚Devisen’ gab es nicht. Man zahlte in Paris mit deutschen Goldstücken, wie andernorts auch, oder man wechselte das Goldstück in Francs ein, in jeder Wechselstube, auf jeder Bank, ohne Formalitäten.“

Es sind gerade die persönlichen Erinnerungen und Gedanken, die einen heute selten klaren Verstand für Recht, Unrecht und dilettantische Anmaßungen dokumentieren, darunter das zurecht in Bausch und Bogen verworfene Stabilitätsgesetz von 1967, die die Lektüre angenehm und erhellend zugleich machen.

Henry Hazlitt: The Inflation Crisis, And How To Resolve It, 1978.

Ursprünglich geplant als Neuauflage von „What You Should Know About Inflation“ hat Hazlitt eine sorgfältige, tiefer gehende Analyse des Inflationsproblems sowie damit verbundene Herausforderungen und Fehlschlüsse geschrieben. Sein Diktum: „Kein Thema wird heute so viel diskutiert – und so wenig verstanden – wie Inflation.“ besitzt nicht nur für die Inflationsperiode der 1970er Jahre Gültigkeit.
Einige Appetitmacher aus dem 24 kompakte Kapitel umfassenden Klassiker lauten: Inflation ist immer Folge der Geld- und Fiskalpolitik unserer politischen Führer. Geldmengenausweitung und Inflation sind identisch. Die einzige wirksame Hilfe gegen die jahrzehntelange Geldentwertung ist ein Stopp der Inflationspolitik. Gold als Währung deckt sofort ungesunde geld- und wirtschaftspolitische Eingriffe auf. Eklatante Staatsdefizite sind Triebkräfte einer (Hyper-)Inflation. Free Banking als privater Goldstandard konkurrierender Währungen ist die Alternative zu einer unaufhörlichen politischen Manipulation unseres Geldes.

Und 1 aktuelle konzise Erläuterung von Inflation

James Dorn: A Primer on Inflation, 22-07.2021 auf: alt-m https://www.alt-m.org/2021/07/22/a-primer-on-inflation/

=> 2 Auszüge:

Everyone is talking about inflation, but what is it?  Why does it matter?
What causes it? And what can the Federal Reserve do about it? This primer will address those questions with the goal of improving the public’s
understanding of inflation and the role of the central bank.

Why Does Inflation Matter?

Inflation decreases the purchasing power of money. Each dollar is worth less because goods and services are, in general, more expensive.  Even a low rate of inflation, if persistent, can have a significant impact on the long-run purchasing power of money.  For example, inflation of 2 percent per year, if sustained, doubles the price level every 35 years. So a dollar would lose half of its purchasing power.

 

 

 

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