Kapitalismus
Kapitalismus

Bürger als Quell schlechter Politik

Bürger als Quell schlechter Politik Politik ist das Problem, nicht die Lösung. So lautet eine insbesondere unter Liberalen verbreitete Erkenntnis, die gleichermaßen breit und tief abgesichert ist. Als Eliten-Kritik hat sich ein Aspekt dieser Einsicht in den letzten Jahren mit einer gewissen Vehemenz Bahn gebrochen und bleibt in der Substanz folgenlos. Dazu passt die punktuelle Beobachtung der Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Wer auf das „ehrliche Wahlergebnis“ (Welt) blickt, d.h. die Nichtwähler im Ergebnis berücksichtigt, …

Aufklärung gegen Anti-Kapitalismus und Industrialisierungsunbehagen

“The times, they are a changing.” Bob Dylan ist nicht Ludwig Erhard. Beide können als Anführer bedeutender Bewegungen gelten. Auf sehr unterschiedliche Weise zeichnet beide soziales Engagement aus. Erhard wurde bekannt als Vater des Wirtschaftswunders. Seine Zigarre galt als Symbol rauchender Industrieschornsteine und damit für Wiederaufbau, Wohlstand und ein besseres Leben. Heute geht der Staat pauschal gegen das gesundheitsgefährdende Rauchen vor. Schornsteine und Industrie werden vielfach als umweltverschmutzend und unzeitgemäß dargestellt. Zugleich sind auch Windkraftwerke …

Freiheit für das Handeln, weltweit

Protektionismus ist in und ein folgenreicher Fehler. Im letzten Jahrzehnt, nicht erst während der Präsidentschaft von Donald Trump, ist das bellizistische Vokabular wieder in die öffentliche Diskussion gesickert. Von Währungs- und Wirtschaftskriegen war die Rede. Wirtschaftssanktionen gelten allen empirischen Nachweisen zum Trotz immer noch als probates Mittel der Politik. In der Corona-Pandemie haben die politischen Entscheidungen weltweite Lieferkettenunterbrochen, deren Folgen noch Jahre zu spüren sein werden. Gepaart mit kollektivistischem Getöse über das Großmachen von Nationen …

Armut als Resultat von Regulierung

Armut und Ungleichheit gelten als Auswüchse ungeregelter Märkte. Das CATO Institut hat über Jahre die sozialen Probleme in Kalifornien untersucht. Von den 24 Maßnahmen zur Verbesserung der Lage u.a. Obdachloser richten sich 18 auf eine Beseitigung staatlicher Barrieren bzw. die Verbesserung von Gesetzen und Verordnungen. Kann es sein, dass die vermeintlich rettende Hand und ihr guter gebender Ruf regelmäßig lediglich Zuschreibungen sind und viele Menschen den Würgegriff nicht erkennen (können und wollen)? Für Liberale ist …

Zurückhaltung in allen Angelegenheiten als liberales Programm

Den Machern ist Aufmerksamkeit sicher. Das bezeugen Statuen. Wer in Whitehall, London die zahlreichen Bronzestatuen abschreitet wird viele Feldherren und Politiker finden. Von Simon Bolivar gibt es in fast jedem südamerikanischen Nest eine Statue. In Canberra ist vor dem nationalen Kriegsdenkmal immerhin auch ein rettender Esel als Statue zu finden. Neben den vielen und doch vergleichsweise wenigen nationalen Helden findet sich kaum einer der Millionen heldenhaften Unternehmer verewigt, obwohl sie das Leben der Menschen tagein …

Liberalismus für die kleinen Leute

Liberale wollen, dass es allen Menschen gut geht. Liberalismus ist weder eine Lifestyle-Show noch ein Leistungswettbewerb zugunsten der Starken. Liberalen liegt das Wohl aller Menschen am Herzen. Im 19. Jahrhundert war das immer wieder eine Massenbewegung – gegen die Mächtigen. Das gilt für die Abschaffung der Corn Laws in England genauso wie für die 1848er Massenerhebungen für Freiheit und gegen Restauration in vielen Teilen Deutschlands und Europas. Heute herrscht Verwirrung. Liberalismus, besonders in der Form …

Wohlstand für die Massen: zur kapitalistischen Transformation der Moderne

Wirtschaftsgeschichtliche Forschung bestätig liberale Paradigmen – Kapitalismus ist Massenwohlstand – Unternehmer als Innovatoren – regionale Wirtschaftsentwicklung als Ursprung – Freiheit und Wohlfahrt gehören zusammen – Staat trug zur kapitalistischen Transformation bei Wirtschaftsgeschichte ist eine spannende Disziplin. Das liegt u.a. an der Perspektivenvielfalt, an der Verwendung von Methoden und Theorien gestützter Arbeitsweise, von qualitativen und quantitativen Ansätzen und an der expliziten Modellbildung. Zudem macht Wirtschaftsgeschichte nicht an politischen Grenzen halt und sie verbindet häufig Akteure mit …

Lob des Reichtums

Die Reichen sind in der Defensive. Zusammen mit ihrem Kapital stehen sie am Pranger. Das ist regelmäßig der Fall und aktuell erneut, nicht nur als SUV-Fahrer. In Deutschland scheint eine zyklische Anfeindung des raffgierigen, verschwörerischen Finanzkapitals möglich. Von der Anfeindung ausgenommen sind Stars und Sternchen in Gala, Bunte, Klatsch-TV, darunter Sportler und Musiker sowie Milliardäre, die ins All fliegen oder eine Fabrik für Batterieautos bauen. Dort, wo Unkenntnis, Emotionen und impulsives Handeln zusammenkommen, wird es …

Korporatismus, nicht Kapitalismus, ist das Problem

Der Kapitalismus war lange nicht Gegenstand einer derart selbstverständlichen Kritik. Spätestens seit der sogenannten Finanzkrise gehört es praktisch zum (vermeintlich) guten Ton, Kapitalismuskritiker zu sein. Verteidiger der Marktwirtschaft, die auf das umfassende Staatsversagen hinweisen, gelten als randständig. Eine Ausnahme wird allerdings gemacht, wenn man auf die Allianz von “Big Business” und Big Government” zu sprechen kommt, die beide vom herrschenden Finanzsystem profitieren. Hier würde man leichthin auch mit Verschwörungstheorien punkten. Hingegen kann man derzeit den …

Kapitalismus – Begriff für eine längst vergangene Epoche

Kapitalismus: Kampfbegriff von Kritiker und Befürwortern, der im Grunde genommen nur noch tauglich ist, wenn er als Bezeichnung für historische Abschnitte der Geschichte dient, z.B. Hochkapitalismus für die Zeit ab der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Grundsätzlich bezeichnet Kapitalismus eine Wirtschaftsform, die durch Privateigentum an Produktionsmitteln und Steuerung des Wirtschaftsgeschehens über den Markt gekennzeichnet ist, wobei dem Produktionsfaktor Kapital eine herausgehobene Bedeutung zugemessen wird. Der Begriff begegnet seit dem Beginn des 19.Jahrhunderts, wurde aber vor …

Antikapitalistische Irrtümer

Ludwig von Mises gilt als herausragender  Vertreter der Österreichischen Schule. Die Klarheit seiner Gedankenführung ist vorbildlich, sein Eintreten für eine freie Gesellschaft kompromisslos. In diesem Band deckt Mises die psychologischen Ursachen des Antikapitalismus auf. Dazu zählen Privilegienstreben, enttäuschter Ehrgeiz und Ressentiments sowie Vorurteile von Intellektuellen, Angestellten und Beamten. Erhellend sind seine Untersuchungen zum Kommunismus der Filmindustrie und der Literaten, deren Anmaßung auf dem Unwissen über die Funktionsweise von Volkswirtschaften und einer Gesellschaft beruht. Sie sind …

Die Gefahr des Primats der Politik

Peter F. Drucker (1909-2005) war und ist nicht nur ein inspirierender Denker und Praktiker der Managementlehre. Der wohl einflussreichste Managementdenker hat 1939 eine existenzphilosophische Erklärung des Totalitarismus veröffentlicht – sie trägt den Titel „The End of Economic Man“ (deutsche Ausgabe hier). Druckers Diagnose lautet, der Faschismus sei auf eine Umwertung aller Werte ausgerichtet. Das gelte insbesondere für den Kern der modernen Industriegesellschaft. Seit Adam Smith sei das Individuum mit seinem Streben nach Verbesserung der wirtschaftlichen …

Das kalte Herz des Kapitalismus – eine Rezension

Gastbeitrag von Maximilian Tarrach In Werner Plumpes Monumentalwerk „Das kalte Herz des Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution“, erschienen 2019 im Rowohlt-Verlag, entwickelt er eine Weltgeschichte mit unerhörtem Sprengstoff. Dieses Buch ist dafür gemacht, die linke, marxistische bis sozialdemokratische Geschichtsschreibung zurückzuweisen und alle wuchernden antikapitalistischen Vorurteile zu widerlegen. Werner Plumpe ist eine herausragende Figur seines Fachs. Von vielen als antiquiertes Nebenfach abgetan, fristet die Wirtschaftsgeschichte in Deutschland meist ein Schattendasein. Plumpe rückt sie in das …