Teuerung ohne Zentralbankeinfluss?

Die Inflation, präziser Teuerung, ist überall angekommen. Die Ausweitung der Geldmenge ist in herkömmlicher Sichtweise die notwendige Voraussetzung für einen Preisanstieg auf breiter Front. Nach den enorm gestiegenen Vermögenspreisen der letzten Jahre steigen nun auch die Konsumentenpreise. Es scheint kaum einen Bereich mehr zu geben, in dem Preise nicht steigen.

Welche Rolle haben Faktoren, die nicht durch die Zentralbanken verursacht werden?

Norbert Michel, Vice President and Director of the Cato Institute’s Center for Monetary and Financial Alternatives, ist in Inflation: A Brief Look Back, and A Path Forward der Ansicht, der Zusammenhang zwischen Geldmengenerhöhung und Inflation sei zu simpel. – Zwischenbemerkung: Österreicher haben dies als notwendige, aber nicht per se hinreichende Bedingung angesehen (auch mit dem Monetaristen Milton Friedman “Inflation ist stets und überall ein monetäres Phänomen”), die zu sofortigen Preissteigerungen in der ganzen Volkswirtschaft führt (siehe u.a. Mises: Ursachen der Wirtschaftskrise. – Für die USA identifiziert Michel folgende Faktoren:

    • Interventionismus und Regulierung sowie verschiedene wirtschaftspolitische Maßnahmen wie die protektionistische Handelspolitik als Rahmenbedingungen.
    • Die Corona-Politik mit Disruptionen von Handelsketten, inflationären Subventionen und Stimuli, darunter anstehende gigantische Infrastrukturausgaben, sowie einem starken Auf- und Ab bei der Nachfrage nicht zuletzt aufgrund von Lockdowns.
    • Aus der Corona-Politik resultierende Angebotsengpässe, die befristet für Preissteigerungen sorgen.
    • Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, die während der Krise stark schwankte.
    • Eine zunehmend hohe Staatsverschuldung.

Fasst man Norbert Michels Perspektive zusammen, so geht er nicht von einer linear steigenden Inflation aus, sondern von einem linearen Trend zweier Jahrzehnte vergleichsweise niedriger Inflation, von dem sich die aktuellen Preissteigerungen abheben. Er geht zwar nicht von einer Rückkehr zu altem Preisniveau aus, aber sieht auch keine dauerhaft drastisch höhere Teuerung. Systemtheoretisch erinnert das an ein Überschießen und asymptotisches Annähern an ein etwas höheres Niveau.

Man kann den perspektivenreichen, empirisch gestützten Beitrag von Norbert Michel als Strohmann-Argumentation lesen, auch als Potpourri passender und weniger passender Aspekte. Seine Empfehlungen sind auf jeden Fall gleichermaßen sachlich richtig wie konsequent liberal: eine sachgerechtere Covid-Politik mit weniger Beschränkungen, Abbau aller Handelsbarrieren, Stop der Stimulanz-Subventions-Politik, freie Preisentwicklung zulassen und Veränderung des Auftrags der Fed: statt Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung nunmehr Geldneutralität anstreben und die Gesamtausgaben in der Volkswirtschaft stabilisieren.

  
   

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