Liberalismus
Liberalismus

Schwächen des Liberalismus

Schwächen des Liberalismus Führende Neoliberale der 1930er bis 50er Jahre kritisierten den klassischen Liberalismus massiv. Sie warfen den als Paläoliberalen diskreditierten Mitstreitern einen Deismus vor, einen gleichsam göttlichen Glauben an die natürliche Funktionsfähigkeit einer freiheitlichen Ordnung. Diese Kritik hat eine fortdauernde Wirkung entfaltet. Heute wird Liberalismus leichthin mit Nichts tun, laissez-faire, und Nachtwächterstaat gleichgesetzt. Die Vorwürfe formulierte der namhafte neoliberale Gelehrte Alexander Rüstow (1885-1963), Erfinder des Begriffs Neoliberalismus (1938), Universalgelehrter und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale …

Mehr Liberalismus 2.0 wagen

Mehr Liberalismus 2.0 wagen Ein Plädoyer für mehr Unternehmertum, Unternehmer und mehr Reflexion über neue Technologien Gastbeitrag von Christian Hugo Hoffmann Wie bei jedem menschlichen Handeln sollten auch wir Liberale uns fragen, ob die gewählten Mittel geeignet und besser geeignet sind als andere, um ein Ziel zu erreichen. Das gilt lapidar ausgedrückt gerade für die Mehrung von Freiheiten. Da unsere Zeit ein knappes Gut ist und da es Opportunitätskosten gibt, besitzt diese Frage nach komparativen …

Konservativ recht verstanden

Konservativ recht verstanden Wir können die Welt besser verstehen. Wir solten dazu den Dingen auf den Grund gehen. Wenn wir uns allein der Schnelllebigkeit von Identität stiftenden Parolen verschreiben oder zu Opfern politischer Ideologien machen, die medial auf uns einprasseln, vielfach in journalistischem Gewand, dann ist das nicht hilfreich. Derzeit werden die Spielregeln unserer Gesellschaft verändert. Ein politischer Habitus soll an die Stelle von Leistung und Bewährtem treten. Diese Auffassung begründet Arnold Kling mit der …

Maß und Mitte in der Politik

Maß und Mitte in der Politik Die Auflösungsphase der Weimarer Republik steht regelmäßig im politischen Rampenlicht. Ein Ende, ein Übergang, ein Bruch, die Extreme ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Offenkundig hat die Tragödie der ersten deutschen parlamentarischen Demokratie eine Vorgeschichte. Das Krisenjahr 1923 kann uns manches lehren. Die konfliktreiche Zuspitzung steht dem Ende Weimars kaum nach, gerade auch mit Blick auf das vergleichsweise glücklichere Ende. Der politikökonomische Krisencocktail barg seit dem Ende des Ersten Weltkriegs erhebliches …

Demokratie – reformbedürftig

Demokratie – reformbedürftig “Der typische Demokrat ist immer bereit, die theoretischen Segnungen der Freiheit gegen etwas einzutauschen, was er gebrauchen kann.“ urteilte Henry Louis Mencken, der amerikanische Schriftsteller, Literatur- und Kulturkritiker, auf seine typisch lakonische Art in „Notes on Democracy“ 1930. Der Verteidiger von Freiheit und Bürgerrechten wies in demselben Absatz darauf hin, dass in einer Demokratie Parteien und Politiker den Bürgern Transferzahlungen gegen Selbst- und Mitbestimmung anbieten, besonders in Zeiten des Wohlstands. Im Juni …

Führung – Manager im Entdeckungsverfahren der spontanen Ordnung

Führung – Manager im Entdeckungsverfahren der spontanen Ordnung Letzte Woche habe ich eine Lanze für Unternehmen gebrochen. Wer führt in Unternehmen und ganze Unternehmen? Manager. Das Management. In Deutschland kommt es nach dem Ende des Führers, dem mangels jedweder Voraussetzung während vier Jahren Krieg nie Führung übertragen wurde, zu Verrenkungen, die zur Übernahme der englischen Begriffe und dem brachialen deutschen Wort Führungskräfte geführt haben. Wer führt eigentlich wen? Bereits ein Blick auf die neuere Forschung …

Für eine schlechtere Welt: Selbstschädigung durch antikapitalistische Ressentiments

Für eine schlechtere Welt: Selbstschädigung durch antikapitalistische Ressentiments Der Kapitalismus hat einen schlechten Ruf. Das Wort Kapitalismus ist in Deutschland ein diffuser Kampfbegriff, von der Masse abgelehnt, von einer Minderheit mit Leidenschaft verteidigt, z.B. von engagierten jungen Menschen nicht nur auf T-Shirts und Instagram-Posts. Ein Trend auf den Frank Schäffler bereits 2015 hinwies. Nach dem Edelman Trust Barometer 2020 hielten 55 Prozent der befragten Deutschen den Kapitalismus für schädlicher als nützlicher. Das war Teil einer …

Mitläufer stabilisieren Herrschaft

Mitläufer stabilisieren Herrschaft 1940 enthüllte der nach England emigrierte Journalist Raimund Pretzel die Wahrheit über das nationalsozialistische Deutschland, besser sein tiefes Verständnis. Die scharfsinnige Analyse voller klarer Beobachtungen und kluger Überlegungen veröffentlichte der Emigrant unter seinem Pseudonym Sebastian Haffner, das er zeitlebens (1907-1999) beibehalten sollte. Haffner gilt als einer der herausragenden deutschen Publizisten der Nachkriegszeit. Jekyll & Hyde ist ein Soziogramm, eine innen- und machtpolitische, psychologische und soziologische Analyse des Dritten Reiches. Den britischen Lesern, …

Bürger als Quell schlechter Politik

Bürger als Quell schlechter Politik Politik ist das Problem, nicht die Lösung. So lautet eine insbesondere unter Liberalen verbreitete Erkenntnis, die gleichermaßen breit und tief abgesichert ist. Als Eliten-Kritik hat sich ein Aspekt dieser Einsicht in den letzten Jahren mit einer gewissen Vehemenz Bahn gebrochen und bleibt in der Substanz folgenlos. Dazu passt die punktuelle Beobachtung der Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Wer auf das „ehrliche Wahlergebnis“ (Welt) blickt, d.h. die Nichtwähler im Ergebnis berücksichtigt, …

Mangelwirtschaft: Interventionismus und Rationierung

Mangelwirtschaft: Interventionismus und Rationierung Die Beschäftigung mit dem 17. und 18. Jahrhundert hilft, die Gegenwart zu verstehen. Das gilt vor allem für das politisch-ökonomische Denken. Geschichte wiederholt oder reimt sich bekanntlich. Tonangebend in der Politik, im politischen Denken vieler unserer Führungskräfte, sind heute wieder die Ideen des Merkantilismus und des Feudalismus – selbstverständlich im modernen Gewand. Eine erneute Aufklärung gewinnt an Bedeutung. Merkantilismus bezeichnet eine Politik massiver Staatseingriffe in die Wirtschaft während des Absolutismus der …

Die allgegenwärtige Bedrohung: Propaganda

Die allgegenwärtige Bedrohung: Propaganda Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. In Deutschland wird mit dem Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 die Meinungsfreiheit verfassungsrechtlich garantiert. Um Meinungen wird in einer Gesellschaft permanent gerungen. Der Weg zu einer Meinungshoheit führt über mehrere Wege. Dazu gehört der zwanglose Zwang des besseren Arguments. Erforderlich sind nüchternes Abwägen, Prüfen und Perspektivenvielfalt, auch das Revidieren einer als zutreffend angenommenen Position. Ein anderer Weg ist einfacher: Gutes sagt man, Böses nicht. Über Gut …

Asoziale Politik verursacht Wohlstandsverlust

Selten gab es eine derart asoziale Politik und deren Folgen zu beklagen wie heute bei zugleich so wenig öffentlicher Empörung in Deutschland. Vor wenigen Jahren entfachte das methodisch-argumentativ schwache Buch von Thomas Piketty noch einen geradezu revolutionären Hype. Und heute? Parallel hat das medial zur Schau gestellte Unverständnis elementarer Grundlagen einer offenen Gesellschaft und simpelster politikökonomischer Zusammenhänge einen neuerlichen Tiefpunkt erreicht. Erneut führt die alte Leier wohltätiger Politik und eines Wohlstand schaffenden Staates bei gleichzeitiger …

Liberalismus und Freiheitsliebe

Vernunft kann gleichermaßen ein Vorteil und ein Nachteil sein. Das nüchterne, emotionsfreie, scharfsinnige Analysieren komplexer Sachverhalte verspricht mehr Einsichten und Klarheit als sich von Gefühlen und raschen Assoziationen leiten zu lassen. Liberale können mit guten Argumenten und mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz aufzeigen, dass ihr Verständnis dynamischer Komplexität in allen Feldern von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Realität regelmäßig näherkommt als sozialistische, etatistische, interventionistische, konservative Versuche, die Welt zu einem vermeintlichen Besseren zu verändern. Regelmäßig heißt …