Untere Mittelschicht als Verlierer der Politik

Das Risiko, aus der Mittelschicht abzusteigen, hat in den vergangenen Jahren vor allem in der unteren Mittelschicht zugenommen. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgelegt hat.

Erstaunlich ist diese Entwicklung keineswegs. Liberale haben darauf immer und immer wieder hingewiesen. Weithin vernehmbar hat Peter Sloterdijk 2009 festgestellt, dass wir nicht mehr in einer Marktwirtschaft, sondern im Semi-Sozialismus leben.

Und die Lage der unteren Mittelschicht wird sich weiter verschlechtern. Auf die gravierenden Folgen der Inflation hatte bereits vor 50 Jahren Ludwig Erhard hingewiesen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen:

Die Inflation muss vielmehr als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird. Die Inflation schmälert nicht nur das Einkommen, sondern zerstört die Existenzgrundlagen. Eng damit zusammen hängt die Illusion, dass die Inflation wachstumsfördernd und somit Garant der Arbeitsplätze sei.

Ludwig Erhard, Inflation ist Betrug am Bürger, Saarbrücker Landeszeitung, 29. Januar 1972.

Mehr zur Inflation auf FFG in Form prägnanter Zitate: hier.

Die massiven Schäden der Geldpolitik hat Gunter Schnabl immer und immer wieder kritisiert.

Die Inflation ist keineswegs ein erst dieses Jahr aufgetretenes Übel. Seit Jahren leiden Bürger unter der Vermögenspreisinflation. Ich hatte in “Inflation trifft die (kleinen) Verbraucher besonders hart“geschrieben: Am Härtesten trifft Inflation die armen Teile der Bevölkerung, weil bei ihnen das zusätzliche Geld zuletzt ankommt und die Teuerung längst eingetreten ist. Sie sind die Verlierer. Wäre das anders, könnten wir uns reich drucken. Vor allem Rentner und die untere Mittelschicht gehören zu der genannten Gruppe.

Die Wirtschaftspolitik der Großen Koalition hat das Abstiegsrisiko der Mittelschicht wahrscheinlich erhöht. Viele Maßnahmen wirken in diesem Sinne asozial. Die Corona-Politik trägt zusätzlich dazu bei. Das gilt auch für das Steuer- und Abgabensystem sowie die Energiepreise.

Die Politik und Interessengruppen werden den Missstand beklagen und versuchen mit Transfers die Symptome zu lindern. Früher gab es noch wirksame private Initiativen, darunter diese genossenschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Schweizer Pfarrer übt in diesem Zusammenhang Kritik am Staat, der für die Wohlfahrt armer Menschen nicht zuständig sei: Staatliche Umverteilung; die Tragödie unserer Zeit.

Die Entwicklung ist tragisch und unnötig. Wer den Wohlstand der Massen heben will, der wird um mehr Kapitalismus wagen nicht herumkommen.

  
   

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Kolumne Attack Titans

Große Themen und Gegner des Liberalismus (=> zur Kolumne)

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